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Das Mädchen Noemi

Cruz war ein 15-jähriger sehr scheuer junger Mann. Er war in vieler Hinsicht begabt und besuchte das Gymnasium. Weil er so scheu war, war eines seiner Probleme, dass er sich nicht meldete wenn er aufs Klo musste. Er wartete immer bis zur Pause.

Er beherrschte seine Blase recht gut, aber manchmal pinkelte er sich einwenig in die Hose. Vor allem wenn man es besonders gut sah, regte er sich über sich selber auf. Es war ihm auch oberpeinlich, aber er schaffte es einfach nicht, vor allen Augen das Klassenzimmer zu verlassen.

Wie älter er wurde desto mehr störte es ihn. Dazu kam, dass wenn er mit anderen unterwegs war, zwar weniger gehemmt war, aber trotzdem sich nicht getraute mal kurz hinter einem Baum zu verschwinden. Er zog sich immer mehr zurück.

 

Als er 18 war, durfte er als Austauschschüler in die USA. Er freute sich natürlich sehr. Auch weil er hoffte, dort ohne diese verdammte Angst, neu Anfangen zu können. Englisch sprach er recht gut.

Doch es kam ganz anders. Er fand keinen Anschluss. Niemand wollte etwas mit diesem fremden Eindringling zu tun haben der sich manchmal in die Hose machte. Seine Kameraden spotteten. Sie riefen ihm Riesenbaby und Hosenpisser zu. Auch andere Ausdrücke bekam er zu hören, die er zum Teil nicht verstand. Er schwänzte immer häufiger die Schule, stellte sich Krank und wurde einsam.

Seinen Gastvater, der ein gutes Gespür für seine Mitmenschen hatte, sprach Cruz auf seinen Rückzug an. Cruz war erstaunt, noch nie hat sich jemand wirklich für seine Belange interessiert, darum fand er auch die Worte nicht und tat es als Bagatelle ab.

Mike sein Gastvater nahm sich vor, Cruz mehr zu beobachten. Er nahm ein paar Tage frei. Da sich Cruz von Anfang an gut mit Mike verstand, nahm er das Angebot gerne an, zusammen den Tag zu verbringen. Cruz schaffte es, nicht in die Hose zu machen.

Am zweiten Tag besuchten sie zusammen ein Rockkonzert und wollten anschliessen zusammen essen gehen. Cruz aber, stand bald mit nasser Hose da. Sein Pflegevater verzichtete auf einen Kommentar und fuhr mit ihm nach Hause.

Cruz war es mega peinlich, er schämte sich auch. Aber es war ihm einfach, nicht möglich, alleine durch diese Menschenmasse aufs Klo zu gehen. Zu seinem erstaunen, klopfte es nach zehn Minuten an seiner Zimmertüre. „Komm wir gehen Essen“, forderte ihn sein Gastvater auf.

Cruz hat gedacht, weil er Mike den Abend verdorben habe, Mike jetzt sauer war. Aber nichts von dem war. Sie hatten einen tollen und lustigen Abend zusammen. Sie lachten viel, redeten über belanglose Dinge und hatten es wirklich gut zusammen.

Auf der Heimfahrt hielt Mike an einem Supermarkt an, der rund um die Uhr geöffnet hatte. Mit der Begründung, er müsse noch ein paar Dinge besorgen und froh wäre, wenn er ihn dabei begleite, lockte er Cruz in den Laden.

Mike war mittlerweile klar, was mit Cruz los war. Seine Frau hat ihm, als Mike sich umzog, erzählt, dass sie bereits öfters roch, dass Cruz Hose nasse gewesen sein musste.

Belanglos schlenderte Mike mit Cruz durch die fast menschenleeren Einkaufstrassen und versuchte ihn in ein Gespräch zu verwickeln. Cruz schwieg, es war ihm einfach nur peinlich. Sein Gastvater sprach für ihn aus, wofür er selber hätte Worte finden sollen.

Bei den Hygieneartikel blieb Mike stehen und kam ohne Umschweife zum Thema Einlagen und Windeln. Davon wurde ihnen eine ganze Auswahl präsentiert. Mit 18 Windeln anziehen, wäre ihm nie in den Sinn gekommen.

Mike spürte Cruz Zurückhaltung und auch sein Befremden gegenüber diesem Thema. So beschloss er kurzerhand, für Cruz aussuchen. Cruz schämte sich bis die drei Pakete im Auto verstaut waren.

……….

Cruz sass alleine auf seinem Bett und schaute sich die Produkte etwas genauer an, die vor ihm lagen. Er schloss sein Zimmer mit dem Schlüssel zu und probierte alle drei Varianten und alle drei Varianten passten. Er entschloss sich, erstmal diese Windel, die er zuletzt probiert hatte, in der Nacht anzubehalten.

Er fühlte sich nicht unwohl darin, aber so in die Schule gehen fand er zu krass. Er zog sich eine dieser Pants, für grosse Jungs an und fühlte sich gut damit. Auch fand er, dass man nichts sah, was ihm sehr gelegen kam. So besuchte er den Unterricht wieder und ignorierte das Geschwätz um ihn herum.

Cruz stellte bald fest, dass es für ihn eine Erleichterung war. Manchmal trug er die Pants manchmal die Einlagen und je nach Situation zog er sich sogar eine Windel an. Niemand merkte etwas. Er entwickelte ein gutes Gespür dazu, wann er was anziehen musste.

Sein Jahr in den USA ging zu Ende und Cruz trat schweren Herzens die Heimreise an. Seine Bilanz war durchaus positiv, auch wenn sie schlecht begann.

……….

Zu Hause erzählte Cruz nichts davon. Es war ihm peinlich. Er besorgte sich heimlich Windeln im Sanitätshaus oder er kaufte sich welche im Warenhaus. Das zog er ein ganzes Jahr durch und niemand merkte etwas.

Nach der Matur wurde er vom Militärdienst dispensiert, weil er angeblich einen angeborenen Herzfehler hätte. Natürlich war er froh, nicht Einrücken zu müssen. Wie er das mit dem Einnässen hätte lösen sollen, weckten bei ihm neue Ängste.

Er begann sein Wirtschaftsstudium an einer anderen Universität und zog erstmal zu Hause aus. So war es für ihn auch leichter, unerkannt Windeln zu tragen. Er trug sie mittlerweile rund um die Uhr, weil es ihm Sicherheit gab. Manchmal fühlte er sich, als würde er von der Windel umarmt.

………..

Bald darauf lernte er Noemi kennen. Sie war ebenfalls Studentin. Sie fiel ihm auf, weil sie genau so still und in sich gekehrt war wie er selber. Noemi war hübsch, fand er zumindest. Warum sie keinen Anschluss fand, wusste er nicht.

Es kam ihm sehr gelegen, als an der Uni eine Zeit der Zweierprojekte anfing. Er gab vor, sich für das gleiche Thema wie Noemi zu interessieren. Eigentlich hätte er lieber etwas anders gemacht, aber er wollte diese einmalige Chance nicht verpassen.

Der Anfang gestaltete sich schwierig. Er spürte Noemis Distanz. So beschloss er, alle seine Wünsche in den Müll zuwerfen und Noemi nur noch als Mittel zum Zweck zu sehen, so dass sein Ziel jetzt nur noch war, eine gute Arbeit abliefern zu könnten.

Noemi wusste nicht recht warum Cruz auf einmal so anders zu ihr war. Sie hatte gehofft, dass vielleicht etwas mehr daraus werden könnte. Cruz gefiel ihr. Es gefiel ihr auch, dass er so zurückhaltend war. Und es gefiel ihr, dass er sie dafür lobte, was sie zum Projekt beitrug.

………..

Bald hatte er nicht nur die Probleme des Einnässens, wenn er nicht aufs Klo ging, sondern er verlor immer mehr die Kontrolle über seine Blase. Das nervte ihn. Er brauchte jetzt viel mehr Windeln. Das Geld dazu hatte er nicht. Er gab sich extrem Mühe, trank unterwegs nur wenig und holte es nach, wenn er zu Hause war.

Zu Hause suchte er immer möglichst schnell das Klo auf. Was ihm allerdings zu denken gab, war, dass er morgens öfters in einer nassen Windel erwachte. Er recherchierte im Internet und fand keinen Zusammenhang zwischen seinem bisherigen Einnässen und der nassen Windel in der Nacht. Nach Monaten, als es immer schlimmer wurde und seine Windel fast jede Nacht nass war, ging er zum Urologen.

Er musste allerlei Abklärungen durchlaufen, die er für nicht ganz angemessen hielt. Schlussendlich konnte ihm niemand eine einleuchtende Erklärung liefern. Wenigsten bekam er jetzt Windeln für die Nacht bezahlt.

………..

Noemi beschloss ab dem neuen Semester, in der Aula einen Platz neben Cruz zu ergattern. Sie tat immer so, als sei es zufällig, grüsste ihn lieb und lächelte. Cruz schmolz dahin. Noemi ging ihm die ganze Zeit nie aus dem Kopf. Wie er dieses lächelt liebte, diesen Blick der nur ihm galt. Wie er es liebte den Duft ihres Parfums zu riechen.

Er durchlief alle Höhen und Tiefen der Gefühle. Er redete sich aus, sich verliebt zu haben. Dachte sowieso, dass er niemals eine Freundin haben konnte, wegen seinem nächtlichen Einnässen. Und überhaupt, er würde sein ganzes Leben lang Tag und Nacht Windeln brauchen, wenn er es nicht schaffte, durch eine Menschenmenge, wie hier in der Aula, aufs Klo zu gehen.

…………

Dann kam der Tag, Cruz studierte im vierten Semester, als Noemi eine ganze Woche der Uni fern blieb. Er bekam eine ungebändigte Sehnsucht nach ihr. So rief er sie an und erkundigte sich nach ihrem Befinden. Diese Kommunikation ging für ihn viel besser als ein persönliches Gespräch. Noemi erklärte, dass es ihr momentan psychisch schlecht gehe und fragte ihn, ob es ihm möglich sei, seine Mitschrift der Vorlesungen als Kopie vorbei zu bringen, so dass sie auf dem Laufenden sei.

Cruz tat nichts lieber als das, endlich konnte er etwas für Noemi tun. Er hatte Herzklopfen bis in die kleinen Finger als er vor ihrer Haustüre stand. Er war benah dabei die Kopien in Briefkasten so legen, als er sich doch überwinden konnte und klingelte.

Als Noemi öffnete, machte sich Cruz gerade in die Windel. Er fing sich jedoch gleich wieder und trat, auf Noemis Geheiss, in ihre kleine Wohnung. Eigentlich war es nur ein Zimmer, ähnlich dem seinen, mehr konnten sie sich beide, als Studenten nicht leisten.

Cruz wollte nur schnell ein paar Dinge erklären, damit Noemi die Notizen besser verstand. Noemi bat ihn jedoch sich zu setzen. Sie servierte ihm einen Kaffee und ein paar Kekse dazu. Aus Dankbarkeit umarmte sie Cruz bevor er ging.

Um Cruz war es nun endgültig geschehen. Er war sich nun sicher, dass er Noemi liebte. Bald darauf brauchte er ihr neue Kopien. Er gab sich besonders Mühe, alles ausführlich und genau aufzuschreiben. Noemi bat ihn zum Nachtessen zu bleiben. Cruz blieb.

Cruz hat sich zweimal in die Windel gemacht, er musste dringend Heim, bevor er auslief. Noemi lächelte ihn wieder mit ihrem lächeln an. Er spürte die Erregung, die seinen Körper durchströmte. Beim Abschied nahm er sie in den Arm und küsste sie flüchtig. Zu mehr getraute er sich nicht.

Bald darauf besuchte Noemi die Vorlesungen wieder. Cruz war wie immer sehr aufgeregt. Er verabredete sich mit Noemi fürs Kino. Noemi kam und strahlte ihn an.

Nachher begleite er sie bis zur Haustüre. Sie umarmten sich scheu, wagten nicht ihren Gefühlen freien lauf zulassen. Jeder ging seinen Weg. Noemi ging heulend zu ihrer kleinen Wohnung hoch. Cruz lief traurig Heim.

………….

Noemi nahm seither etwas Abstand, sie ertrug es nicht mehr. Cruz war dankbar, obwohl es ihn innerlich schier zerriss. Seine Sehnsucht wurde durch die Distanz immer grösser. Er wusste nicht warum, aber er beschloss, alles auf eine Karte zu setzen. Er schrieb einen Brief an Noemi und erklärte ihr, dass er Windeln benötige und er sie nicht damit belasten wolle und somit seine Gefühle für sie, für immer zu verschliessen versuche.

Der Uni blieb er fern. Er heulte sich manche Nacht in den Schlaf. Er kam sich dabei so verloren vor. Er hasste sich, er hasste seine Inko, er hasste seine Zukunft. Er beschloss die Uni zu wechseln. Noemi für immer zu vergessen.

Lustlos nahm er einige Tage später die Post aus seinem Briefkasten. Keine Zeitung, keine Rechnung, sondern Werbung und eine Karte hielt er in seinen Händen. Eine Karte von Noemi. Noch im Treppenhaus lass er sie.

Hallo Cruz Mein Herz zerspringt fast vor Sehnsucht nach dir. Alle meine Gedanken gehören seit Monaten nur dir. Ich vermisse dich! Liebe Grüsse Noemi

PS: Ich bin auch Inko!

 

Erfunden und geschrieben von Annatina am 10. April 2010

Kommentare (8)add comment
Win_Gerhard
...
geschrieben von Win_Gerhard , Juli 25, 2010

Super Geschichte!
Danke!

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geschrieben von Bob94 , August 12, 2010

Eine suuper Geschichte, macht sehr viel Spaß sie zu lesen.. Eine Vortsetzung wäre toll:-)
danke

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bertrolle
...
geschrieben von bertrolle , August 15, 2010

eine sehr schöne geschichte, mit viel herz geschrieben. und ich finde mich darin absolut wieder.
es gibt eben menschen, die nicht so aus sich heraus können und dadurch oft am leben vorbeileben.
die beiden, um die es hier ging, haben es geschafft.
Gratulation

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geschrieben von Anony , Dezember 23, 2010

Coole Geschichte
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geschrieben von windelfan 100 , Januar 01, 2011

geil ist super. hoffe auf mehr geschichten.
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Sweetangel
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geschrieben von Sweetangel , März 12, 2011

Voll schön, heul ist das eine liebe Geschichte.
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Leonie_Gaga
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geschrieben von Leonie_Gaga , März 19, 2011

Darf man überhaupt Geschichten erfinden? Viele Foren verbieten nämlich Plagiate, ich bin in so einem Forum drin.
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Caren3107
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geschrieben von Caren3107 , März 19, 2011

Zwar gehlt der Geschichte ein happy End, ansonsten aber tooer Stoff...
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